Halbjahresfinale @ Q-Poker mit DaRaFF um Gesamtpot von 13500 Fr.

Heute war es also soweit – ich durfte um einen 13500 Fr. grossen Pot spielen und war zuversichtlich, dass ich heute etwas reissen kann. Aber zuerst einmal von vorne…

Die Q-Poker Jackpot Trophy Turnierserie – Regeln

Bei der Q-Poker Jackpot Trophy handelt es sich um eine Poker Turnierserie, die nach 6 Monaten (25.Oktober 09) Spielzeit mit einem finalen Turnier (Freeroll) abgeschlossen wird.

Für dieses finale Turnier Qualifizieren sich die ersten 70 Teilnehmer der Gesamtrangliste.

Ausgangssituation
Der 1. Spieler der Gesamtrangliste erhielt 10000 Chips, der 2. 9900 Chips, …, Platz 50-70 ergaben noch 5000 Chips.
Ich war 39. der Gesamtrangliste und startete somit mit 6100 Chips.

Auszahlungsstruktur
1. 4300 Fr.
2. 3300 Fr.
3. 2200 Fr.
4. 1400 Fr.
5. 800 Fr.
6. 500 Fr.
7. – 10.  250 Fr.

Ziele
Ich versuchte mir eine vernünftige Strategie zurecht zu legen. Da die verschiedenen Turnierteilnehmer wohl selten um einen so grossen Gewinn spielen, versuchte ich von anfang an sehr agressiv zu spielen um viele Pötte einzusammeln, an welchen die anderen Spieler nicht interessiert sind.

Turnierverlauf
Ich spielte von Anfang an agressiv und konnte schnell ein paar kleine Pots einsammeln. Danach kam eine Schlüsselhand, die ich mit 2 Pair gewann und so meinen Chipstack auf 11000 Chips ausbauen konnte. Eigentlich hatte ich die ersten 2h wirklich nur Schrott Karten (das beste war A9s in früher Position). Darum versuchte ich die Angst der Gegner auszunutzen und raiste auch mit ultimativem Schrott wie J6o, wenn ich als erster dran kam und auch schon in den späten Positionen war (so ab mp3). Diese Taktik erwies sich als äusserst effektiv, weil die Gegner meistens ihre Karten foldeten und wenn sie callten, schmissen sie ihre Hand am Flop weg. Je grösser mein Chipstapel wurde, desto kleiner wurde die Gegenwehr und ich baute aus bis 32000 Chips und hatte den Tisch vollkommen im Griff. Zu diesem Zeitpunkt war der Chipdurchschnitt 13000 Chips und es waren noch 29 Spieler im Rennen.
Danach wurde der Tisch aufgelöst und ich kam an einen Tisch, wo einige Spieler ähnlich viele Chips wie ich hatten (dumm glaufen). Mir war klar, dass ich mich nicht auf meinem Chipstapel ausruhen durfte, weil die Blindstruktur einem Super Turbo Online entsprach und mir nur sehr wenig Zeit blieb weitere Chips anzuhäufen. Gute Karten sind eh Glückssache, daher muss man auch mit schlechteren Karten Chips machen.
Ich blieb meinem Motto Treu und versuchte schnell wieder anzugreifen. Die Blinds waren inzwischen auf 700/1400 gestiegen und ich musste einige Federn lassen nach 3 Stealversuchen, die schief gingen (1. mal vs AA, 2. mal vs KK, 3.mal vs AK). Daher war ich nun auf 18000 Chips runtergefallen und dann kam die entscheidende Hand. 2 Spieler limpten und ich erhielt auf dem BU QJs mit 9 Blinds left. Da ich die Spieler kannte, interpretierte ich die Calls als schwäche, daher stellte ich meinen restlichen Stack All-in und hoffte auf massig Foldequity. Spieler 1 Foldete und Spieler 2 callte nach einigem Überlegen.  Nach dem Call sah ich mich natürlich hinten (Ax oder Pocketpair). Als er dann 89s umdrehte, war ich natürlich happy. Wie er in seiner Analyse genau zu einem Call gekommen ist, ist mir schleierhaft (Ok, gemäss PotOdds hätte er sogar knapp callen dürfen, aber ich bezweifle, dass er das wusste). Er hatte genau gleich viele Chips wie ich und callte diesen Allin bei 17 verbliebenen Spielern. Leider musste wieder mal der River entscheiden, als seine 8 kam.
Ich war eigentlich ziemlich gelassen, bedankte mich bei den Spielern für das Spiel und wünschte ihnen noch viel Glück. Als ich aber dann ins Auto einstieg, regte ich mich ziemlich auf, wie man nur so einen MONGO-Call machen kann. Ein paar Minuten später hatte ich mich wieder beruhigt und kam zum Fazit, dass es ohne solche Spieler nicht möglich wäre Gewinnbringend zu pokern.

Fazit
Man spürte regelrecht die Angst der Spieler früh auszuscheiden und dementsprechend nutzte ich dies. Ich habe ein sehr gutes Turnier gespielt und habe keine Hand meines Wissens falsch gespielt (und das gibt es sehr selten). In der entscheidenden Situation habe ich den 60/40 verloren. Ansonsten bin ich sicher, dass ich in diesem Turnier sehr weit gekommen wäre (top 4). NEXT TRY ANOTHER DAY

2 Responses

  1. so schade! aber richtige taktik für dieses turnierformat, go top or flop!

    ab und zu überlegt man sich wirklich, ob der andere beim call überlegt hat…

    wie letzten samstag am step2 in der spl als wir noch zu viert waren (3 bekommen ein ticket für step3)

    ich raise (2nd in chips) mit KK, shortstack QQ geht allin, chipleader callt das allin mit 66, ich geh nochmals drüber und der andere callt instant!!! und macht einen verblüfften eindruck “oh du hast wirklich etwas”… flop 933…. turn 6…. river q

    bin dann aber gegangen ohne ein wort zu sagen, kann es jetzt immer noch nicht fassen, hätte ein 500fr ticket gegeben

  2. Jojo, die dummen werden nie aussterben. Aber wie gesagt, ohne solche Spieler könnte man keine Chips machen 🙂

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